Lebensbezogener Ansatz

In der Kindergartenarbeit gibt es unterschiedliche Ansätze und Positionen.

Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an dem „Lebensbezogenen Ansatz“ von Prof.  Norbert Hupperts. Dieser Ansatz orientiert sich an dem Lebensumfeld des Kindes.
Eine Voraussetzung hierfür ist es, das Leben des einzelnen Kindes im Blickfeld zu haben.

10 Punkte wollen diesen Erziehungsansatz erläutern:

1 Leben als Wert

Das Leben in allen Varianten ist in diesem Erziehungsansatz der alles bestimmende Faktor. Es ist wertvoll in seiner ganzen Vielfalt, in seiner Schönheit, aber auch in seiner Begrenzung und Unverständlichkeit.Alles Leben trägt seine Gültigkeit und seinen Sinn in sich und muss nicht erst noch bestimmt oder diskutiert werden.
Ein Recht auf Leben haben alle Lebewesen und ebenso ein Recht darauf, dass Leben in jeder Form geschützt wird.
Dabei geht es nicht nur um das Gelingen des Lebens des Einzelnen, sondern um das Leben aller.
Gerechter und fairer Umgang mit allen Lebewesen und mit der Schöpfung klingen hier bereits an.

2 Er-leben

Erleben ist der zentrale Begriff dieser Pädagogik. Erleben und Erfahren sind die Grundvoraussetzungen für Lernen. Alle Lernhinhalte prägen ein Kind nur dann, wenn sie nicht nur als leeres Wort, sondern als greifbares Erleben und Erfahren gespeichert werden.
Eine von der Erzieherin (oder Eltern) vorgelesene und erzählte Geschichte hat einen höheren Wert, als dieselbe Geschichte von der CD oder aus dem Fernseher.
Selbstgesungene oder mit Instrument begleitete Lieder rangieren vor der Musik, die auf Knopfdruck entsteht .Hier hat Originalität mehr Qualität als die technisch einwandfrei wiedergegebene Musik.

3 Gemeinsam Leben

Gemeinsam leben steht im Gegensatz zu flüchtigen und unverbindlichen Beziehungen.
Gemeinsam leben bedeutet, wertvolles Zusammensein und Beieinanderbleiben.
Diese Verbindlichkeit schafft Vertrauen und Geborgenheit.
Die Kinder erleben, wie schön, aber auch anstrengend es sein kann, das Leben miteinander zu teilen. Hier ist Raum für Lachen und Weinen, für Freude und Trauer, Verstanden werden und Zeiten der Einsamkeit, hier geht es auch einmal laut zu und dann gibt es auch notwendige Zeiten der Stille, der Meditation und Konzentration.
Dynamik und Bewegung haben hier ihren wichtigen Raum, ohne dass es in chaotisches Toben ausartet.
Alles, was das Zusammenleben schön und bereichernd werden lässt, kann erfahren und eingeübt werden.
Diese Erfahrungen sind  für ein späteres kultiviertes, verantwortungsbewusstes Mitgestalten der Gemeinschaft (Gesellschaft) unerlässlich.
Gemeinsam leben bedeutet auch, mit Menschen  zusammenzusein, die sich nicht freiwillig ausgesucht haben. Es ist ein wichtiger Lernprozess, aus dem Nebeneinander-her –leben unabhängig von Freundschaft und Sympathie  ein Mit-einander entstehen zu lassen.

4 Schule als Leben

Für die Kinder im Kindergarten steht als nächste Stufe die Schule im Blickfeld.
Der Kindergarten im „Lebensbezogenen Ansatz“ bezieht grundsätzlich eine schulfreundliche Position.
Das heißt, ein direkter Kontakt zur Schule und zu den Lehrkräften und  eine gute Zusammenarbeit sind von großer Bedeutung.
Zwischen unserem Kindergarten und der Schule in Windischeschenbach gibt es bereits regelmäßige Treffen und eine gute Kooperation.
Das Gespräch zwischen Lehrer und Erzieher verhilft den Kindern zu einem guten Schulstart.
Da die Schule einen wichtigen Stellenwert im Leben eines Menschen einnimmt, kann die Erziehung im Kindergarten sie nicht aus dem Blickwinkel verlieren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Kindergarten bereits Schulprogramm bietet, sondern Angebote, die den Kindern in der Schule das Lernen erleichtern.
Das Zahlenland, ein gezieltes Sprachprogramm und ein praktisches „Training“ der Selbstständigkeit zählen dazu.

5 Leben mit Einschränkungen und Behinderungen

Der „Lebensbezogene Ansatz“ bietet  auch dem Leben mit seinen Einschränkungen Raum.
Er hinterfragt den Begriff „Normalität“ und beschäftigt sich mit der Frage, was allgemein als Defizit bezeichnet und somit oft abgestempelt wird .Defizite birgt das Leben im körperlichen/gesundheitlichen, im sozialen oder emotionalen/psychischen Bereichen, um nur einige zu nennen.
In der pädagogischen Praxis geht es nicht primär darum, Defizite genau zu benennen, sondern darum, die Chance und die Herausforderungen zu erkennen und mit den Kindern so zu leben, dass sie zu aufgeschlossenen und mitfühlenden Menschen werden.

6 Leben in der Gesellschaft

Der „Lebensbezogene Ansatz“ muss sich in der realen gesellschaftlichen Wirklichkeit bewähren. Erziehung und Bildung geschieht nicht im luftleeren Raum.
Dabei ergeben sich auch für die Erziehung im Kindergarten einige Herausforderungen:
Die Kinder werden einmal verantwortungsvoll diese Gesellschaft mitgestalten, so stellt sich die Frage, welche Werte und Orientierung die Kinder brauchen, um sich zurecht zu finden.
Die Situation der Kinder verändert sich zusehends durch veränderte Familien- und Gesellschaftsformen, Traditionen sind dem Wandel der Zeit unterworfen und die Unsicherheiten in der Arbeitswelt belastet auch die positive Zukunftssicht der Kinder.
Auch wenn in der Gesellschaft einige Wertvorstellungen ins Wanken geraten, so heißt das nicht, dass wichtige Werte, z. B. Treue, Zuverlässigkeit, Mitfühlen ihre Gültigkeit verlieren.
Das heißt Erziehung muss es auch wagen, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen, wenn es nötig erscheint.
Die pädagogische Praxis muss sich an den Zeiterscheinungen orientieren und ihrerseits eine Antwort finden. Dazu zählen Untersuchungen, wie die Pisa-Studien, oder die zunehmende Jugendkriminalität, Mobbing seitens der Kinder bereits in der Grundschule und die Tatsache, dass heute bereits erschreckend viele Kinder im Kindergarten und in den ersten Schulklassen bereits an Burn-out-Syndromen leiden.
Erziehung kann den Kindern keine Ausrichtung an den jeweiligen Modetrends zumuten.

7 Vergangenes Leben

Kinder stellen bereits sehr früh auf ihre Art die Frage nach dem Woher und Wohin des Lebens. Kinder erleben in ihrer Familie auch das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen, sie hören auch gerne Geschichten „von früher“. Traditionen und Brauchtum, Feste und Feiern in den unterschiedlichen Jahreszeiten, helfen den Kindern sich mit dem undefinierbaren Zeitbegriff  zurechtzufinden. Wertvolle Traditionen, sinnvolle Rituale sind Bestandteil eines Lebens. Sie geben Wurzeln und somit Halt.
Traditionen sind jedoch auch auf ihren echten Wert zu überprüfen, darauf, ob sie wirklich auf guten Grund „überliefert“ worden sind, oder ob sie nur eine Modeerscheinung sind, die gut für die Wirtschaft aber wenig sinnvoll für das eigentliche Leben sind.

8 Überleben

Der „Lebensbezogene Ansatz“ sieht das Leben auch in seiner Gefährdung. Kriege, Klimakatastrophen, Ungerechtigkeit und Ausbeutung gehören zu der zukünftigen Welt unserer Kinder. Zu den großen Themen der Erziehung gehören deshalb auch Themen wie Solidarität, Umweltschutz und Friedenserziehung.
Der Blick über den eigenen Tellerrand, die Liebe zur Natur, das Bewusstsein  in                Einer –gemeinsamen –Welt zu leben ist auch für Kinder von Bedeutung.
Patenschaften, Naturprojekte, Informationen und gemeinsame Aktionen (z.B. Martinsfest)
helfen dabei, darauf bewusst zu achten.

9 Weiterleben

Lebensbezogen sieht das Leben in allen Varianten – so spielt auch die Frage des Weiterleben  nach dem Tod eine Rolle. Dabei geht es weniger um fertige Antworten, als vielmehr um eine Glaubensvermittlung, die in den Kindern Vertrauen weckt und eine Geborgenheit vermittelt, die hoffnungsvoll auf das Leben und seine Unzerstörbarkeit sieht.

10 Realitätsnähe

Der Begründer des „Lebensbezogenen Ansatzes“ sieht in dieser Form der pädagogischen Arbeit die Möglichkeit wirklich nahe bei dem Leben der Kinder und der Erzieherinnen zu sein. Kinder lernen mühelos, wenn ihnen die jeweiligen Lerninhalte praktisch und konkret nahegebracht werden. Dies kann nicht dem Zufall überlassen werden, hier brauchen Kinder eine Begleitung. Es ist die Aufgabe der Erzieherinnen, ein Umfeld zu gestalten, die diese Erfahrungen ermöglichen. Eine weitere Aufgabe ist es, den Kindern genügend Zeit und Ruhe zu bieten, damit sich Lernerfahrungen auch vertiefen können.
Dies widerspricht oft den Erwartungen unserer Zeit, möglichst viel zu erleben und viele Highlights zu bieten.
Kinder brauchen genügend Zeit, um ihr Leben zu „be-greifen“, dazu gehört auch einmal der „Leerlauf“. Eigene Kreativität, schöpferische Entfaltung und die Möglichkeit, sich und seine Fähigkeiten wirklich kennenzulernen kann nur dann entwickelt werden, wenn Kinder auch den nötigen Raum dazu erhalten.
Erzieherinnen und auch Eltern wissen, dass es oft leichter ist, Kinder  mit einem tollen Freizeitprogramm zu beschäftigen, als ihnen Hilfestellung zu geben, mit sich und ihrer Langeweile selbständig und  kreativ umzugehen.


 

Ganzheitliche, sinnorientierte Pädagogik

Unsere pädagogische Arbeit hat eine klare christliche Prägung.

Mit großer Offenheit und Toleranz begegnen wir den Familien, die unseren Kindergarten mit anderen Glaubens- und Wertvorstellungen besuchen.

Wir suchen das Verbindende, ohne unsere Glaubensvorstellungen zu verwässern.

Besonders gut gelingt uns dies mit der "ganzheitlichen, sinnorientierten Pädagogik" nach Franz Kett.
Hier werden religiöse Inhalte so vermittelt, dass auch Kinder, die unserem Glauben fern stehen, für sich 
Wertvorstellungen und ein tragendes Fundament entdecken können.

 

Advent

Unser „Adventskalender –Weg“ entsteht.

Lied: Der Weg so weit
Die Kinder können auf dem gebauten Weg balancieren.


Wir gehen einen Weg – er beginnt am 1. Advent und führt uns zum Weihnachtsfest.
Jeden Tag wird unser Weg weitergestaltet.
Jedes Kind hat aus Reisig eine Kerze gebastelt. Jeden Tag kann ein Kind seine Kerze mit nach Hause    nehmen und einen Stern auf den Weg legen.

Am Anfang des Weges steht ein rotes Haus –hier wohnt Maria in Nazareth.


Maria und Josef machen sich auf den Weg nach Bethlehem.
Lied: Maria und Josef sie gehen nach Bethlehem.



Die Krippenfiguren, Maria und Josef werden auf den Weg gestellt.
Die Kinder spielen das Lied: "Maria und Josef" nach.

In der ersten Adventswoche begegnet uns wieder ein Freund Jesu und ein besonderer Freund der Kinder und Familien – der hl. Nikolaus


                                   
Mitten in der Nacht ist ein Licht erwacht,
kündet allen nah und fern
die Geburt des Herrn

 

Fastenzeit

 

Die Perlen des Glaubens begleiten uns durch die Fastenzeit.


Die Tauf- und Gemeinschaftsperle:
Die Kinder gestalten ihre Perle und ihren Platz im Kreis.


Die Perle der Liebe



Die Perlen der Stille und die Wüstenperle


Perle der Freude


Nachdem in den Osterferien einige Kinder nicht im Kindergarten sind, feiern wir bereits eine Woche vor dem Palmsonntag die Karwoche und die Lichterfeier mit den Kindern.




Weitere Lieder und Tänze:

Hoch in den Himmel wie ein Baum,
tief in die Erde wie ein Baum,
geht mein Weg, geht mein Weg.

 

Wo ich gehe,
bist Du da
wo ich stehe
bist Du da.
Du bist da, Du bist da, immer da.
Ob ich wache
bist Du da
ob ich schlafe bist Du da
Du bist da, Du bist da, immer da.
Von allen Seiten umschließt du mich, Herr,
und legst auf mich deine Hände.

Wenn ich lache,
bist Du da.
Wenn  ich weine
bist Du da.
Du bist da, Du bist da, immer da.
In der Freude
bist Du da
und im Leid
bist Du da,
Du bist da, Du bist da, immer da..
Von allen Seiten umschließt du mich, Herr,
und legst auf mich deine Hände.

In der Stille
bist Du da.
und im Sturm
bist Du da
Du bist da, Du bist da immer da, immer da.
In der Flut
bist Du da
und im Feuer
bist Du da.
Du bist da, Du bist da, immer da.
Von allen Seiten umschließt du mich, Herr,
und legst auf mich deine Hände.

In der Höhe
bist Du da
in der Tiefe
bist Du da.
Du bist da, Du bist da, immer da.
In der Not
bist Du da
und im Tod
bist Du da,
Du bist da, Du bist da, immer da.
Von allen Seiten umschließt du mich, Herr,
und legst auf mich deine Hände

 
 

Naturerfahrungen

Waldtag

In unserer Einrichtung finden regelmäßig Waldtage statt.Unterschiedliche Ziele und Aktionen werden dafür mit den Kindern ausgewählt.
Auch schlechtes Wetter hält uns nicht auf.

Zeltwochen

Ein besonderes Ereignis sind für die Kinder unsere "Zeltwochen"
Die Pfadfinder stellen uns ein oder zwei Wochen ein Zelt zur Verfügung - hier verbringen wir diese Zeit. Alle Aktionen werden auf das "Outdoor-Leben" abgestimmt.
Das Kochen am offenen Feuer hat es den Kindern besonders angetan.